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Mittwoch, 26. Juli 2017

Supply Risk Management

Moderne Supply Chains sind durch eine große Komplexität aufgrund der fortschreitenden Globalisierung gekennzeichnet. Um die steigenden Kundenanforderungen befriedigen zu können sind Bestandsreduzierungen entlang der Lieferkette, eine Reduzierung der Anzahl der Lieferanten, verkürzte Produktlebenszyklen u.v.a.m. notwendig. Diese Entwicklungen führen dazu, dass das Versorgungsnetz sehr vielen Risiken ausgesetzt ist und die Abhängigkeiten zwischen den Partnern der Wertschöpfungskette zunehmen. Ein erfolgreiches Supply Chain Management ist damit unabdingbar mit einem unternehmensübergreifenden Risikomanagement verknüpft.

Um Ihr Risikomanagementsystem zu überprüfen und adäquate Strategien zu entwicklen und umzusetzen, unterstützen wir Sie entlang des gesamten Risikomanagementprozesses. Nachfolgend skizzieren wir Ihnen die Schritte des Prozesses.

Beratungskonzept Risikomanagement

Chancen- und Risikostrategie

Die Grundlage eines effizienten Risikomanagements bildet die Festlegung der gewünschten Chancen- und Risikostrategie. In diesem Schritt sind vor allem branchenspezifische Eigenheiten oder die Risikoneigung der Entscheidungsträger zu berücksichtigen. Dabei stellt eine vollständige Risikovermeidung in der Regel keine geeignete Strategie dar. Jede unternehmerische Handlung ist mit Risiken verbunden - deren Vermeidung würde auch einen Verzicht auf die immanenten Chancen bedeuten. Demzufolge ist festzulegen, welche Risiken bewusst eingegangen werden sollen, um den langfristigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen.

Chancen- und Risikoidentifikation

Nachdem die Ziele des Risikomanagements festgelegt wurden, ist eine Visualisierung der zu betrachteten Supply Chain notwendig. Darauf aufbauend werden potenzielle Risiken (und die damit verbundenen Chancen) sowie die bisher in dem Zusammenhang vorgesehenen Maßnahmen in einem systematischen Prozess ermittelt und in einem ausführlichen Risikokatalog zusammengefasst. Grundsätzlich sind dabei firmeninterne Risiken (z.B. Absatzschwankungen), Supply Chain Risiken (z.B. Lieferanten-induzierte Risiken, Risiken der Sublieferanten, Risiken der Logistikdienstleister) und externe Risiken (z.B. Naturkatastrophen, Handelsbarrieren, Wettbewerber) zu berücksichtigen.

Ein wichtiger Nebeneffekt einer systematischen Risikoidentifikation ist in der gesteigerten Sensibilität der Mitarbeiter für die möglichen Gefahren im direkten Umfeld zu sehen. Mögliche Hilfsmittel bei der Umsetzung sind Risikochecklisten, Workshops, Besichtigungen, Brainstormings, Dokumentenanalysen, Prozessanalysen, Interviews, Experten- oder Mitarbeiterbefragungen.

Chancen- und Risikobewertung

Mit dieser Grundlage wird für die identifizierten Risiken eine geeignete Bewertungsmethode (z.B. Simulation, Fehlerbaumanalyse, Szenariotechnik, Risikoaudits, Analytical Hierarchie Process) gewählt und zur Anwendung gebracht. Dabei sind vor allem die vorhandenen Daten und die unter Effizienzgesichtspunkten notwendige Bewertungsgenauigkeit zu beachten. Im Anschluss werden die ermittelten Einzelrisiken unter Berücksichtigung der auftretenden Abhängigkeiten zu einem Gesamtrisiko verdichtet und bspw. in einem Risikodiagramm dargestellt. Als Resultat ergibt sich ein Supply Chain Risikoportfolio, welches sowohl die vorliegende IST-Situation als auch die vorhandenen Schwachstellen verdeutlicht. Die Ergebnisse dieses Schrittes können auch zur Erstellung einer Supply Chain Balanced Scorecard genutzt werden.

Chancen- und Risikosteuerung

Anschließend werden gezielte Steuerungsmaßnahmen für die identifizierten und bewerteten Risiken entwickelt. Dabei werden aus der Vielzahl möglicher Ansätze die geeigneten ausgewählt und implementiert. Die Auswahl erfolgt in Anlehnung an die festgelegte Chancen- und Risikostrategie und zielt entweder auf die Reduzierung der Eintrittswahrscheinlichkeit des betrachteten Risikos oder auf eine Minderung des entstehenden Schadens ab.

Chancen- und Risikoberichterstattung

Dieser Schritt muss in einer strukturierten Form erfolgen um sicherzustellen, dass notwendige Informationen zeitnah und vollständig verarbeitet werden. Eine Möglichkeit der Umsetzung bilden Risk Tracking Sheets, welche für jede organisatorische Einheit individuell anzufertigen sind und die Chancen und Risiken des entsprechenden Bereichs sowie die Unsicherheiten der untergeordneten Einheiten enthalten. Neben der kontinuierlichen Berichterstattung ist außerdem ein Ad-hoc-Risikoberichtswesen empfehlenswert, um aktuelle Ereignisse schnell und unkompliziert zu übermitteln und für die weiteren Planungen zu berücksichtigen.

Kontinuierliche Überwachung des Prozesses

Der gesamte Prozess muss einer ständigen Überwachung und Kontrolle unterliegen, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Sukzessiv entwickeln sich parallel die dafür zuständigen Mitarbeiter zu wertvollen Wissensträgern. Dadurch kann zusätzlich eine ständige Verbesserung des Ablaufs erreicht werden.